Therapeutisches Boxen kann bei entsprechender Indikation auch ergänzend als methodisches Werkzeug im Rahmen von klassischen Psychotherapiesitzungen genutzt werden. Es ersetzt keine notwendige medizinische Basisbehandlung.
Das Boxen ist dynamisch und macht Resilienz körperlich spürbar. Es ist das Training für den Moment, in dem das Leben „zuschlägt“ – damit Sie sicher stehen bleiben oder gestärkt wieder aufstehen.
Psychosomatische Beschwerden
Depressive Episoden
Erschöpfungszustände und Burnout-Syndrom
Angststörungen
Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS)
Somatoforme Schmerzstörungen
ADHS im Erwachsenenalter
Suchterkrankungen
Persönlichkeitsstörungen
Parkinson-Syndrom
Multiple Sklerose
Spannungskopfschmerz
Myogelose
Fibromyalgie
Essentielle Hypertonie
Diabetes Mellitus Typ 2
Stressinduzierte hormonelle Dysregulation
Haltungsschäden (z.B. Rundrücken)
Osteoporose-Prävention
Präventives Resilienztraining
Aggressionsmanagement und Störungen der Impulskontrolle
Selbstwertproblematik
Abgrenzungsschwierigkeiten
Entscheidungsschwäche
Relative Kontraindikationen (Teilnahme möglich nach Abklärung)
Als Arzt bin ich verpflichtet, vor Beginn unserer Arbeit Ihre körperliche Belastbarkeit einzuschätzen. Sollten Zustände bestehen, die in der Liste (s.u.) aufgeführt sind, benötige ich eine aktuelle Freigabe deines behandelnden Spezialisten (z.B. Kardiologe oder Orthopäde):
Hypertonie
Schwangerschaft
Chronische Gelenkerkrankungen
Diabetes Mellitus
Antikoagulation (Blutverdünner)
Absolute Kontraindikationen (Teilnahme ist nicht möglich)
Bei diesen Befunden ist ein körperlich betontes Box-Training medizinisch nicht vertretbar:
Akute entzündliche Erkrankungen
Instabile kardiovaskuläre Zustände
Frische Traumata & Akute Verletzungen
Akute zerebrale Ereignisse
Schwere Osteoporose
Akute Suizidalität oder Floride Psychose
Mangelnde Impulskontrolle
Starke Dissoziationsneigung
Akute Intoxikation
Sicherheits- & Ethik-Leitfaden
1. Die goldene Regel: Kein „Fight Club“
Therapeutisches Boxen ist kein Sparring. Es findet kein Kampf gegen einen Gegner statt. Der Fokus liegt ausschließlich auf der Arbeit an den Pratzen (Schlagpolstern) oder dem Sandsack.
Keine Treffer am Körper oder Kopf: Körperkontakt findet nur kontrolliert über die Polsterung statt.
Partner statt Gegner: In der Partnerarbeit unterstützen wir uns gegenseitig, um an persönliche Themen heranzukommen.
2. Die „Stop-Regel“ (Emotionale Sicherheit)
Jeder Teilnehmer hat das absolute Recht, eine Übung jederzeit ohne Begründung abzubrechen.
Ein erhobenes „Stop“ oder das entsprechende Handzeichen beendet die Aktion sofort.
Wir achten auf die nonverbale Kommunikation: Wenn ein Teilnehmer erstarrt oder emotional überflutet wirkt, wird die Übung unterbrochen und in das Gespräch (Coaching) übergeleitet.
3. Medizinische Ausschlusskriterien
Als ärztlich geleitetes Programm führen wir vorab ein Screening durch.
Kontraindikationen: Akute Bandscheibenvorfälle, instabile Herz-Kreislauf-Erkrankungen, schwere entzündliche Gelenkerkrankungen oder akute Psychosen sind Ausschlusskriterien.
Haftung: Teilnehmer bestätigen schriftlich ihre Sportgesundheit. Bestehende Einschränkungen (z. B. Schulterprobleme) werden in der Übungsausführung individuell berücksichtigt.
4. Ethik & Vertraulichkeit
Gewaltfreiheit: Die im Training gewonnene Kraft dient der Selbstbehauptung und Regulation, nicht der Aggression im Außen.
Diskretion: Was im „Ring“ (dem Therapieraum) passiert, bleibt im Raum. Dies gilt besonders für emotionale Durchbrüche, die während der körperlichen Belastung auftreten können.
5. Equipment & Hygiene
Wir nutzen ausschließlich professionelles Equipment (Bandagen, hochwertige Boxhandschuhe).
Das Tragen von Bandagen ist Pflicht, um die Handgelenke zu stabilisieren und Verletzungen vorzubeugen.
Hygiene: Leih-Handschuhe werden nach jeder Nutzung desinfiziert und getrocknet.